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15.04.19 19:30

2. Stock

Fluchtursachen bekämpfen?

Wie EU und BRD in Afrika Fluchtursachen schaffen

Die Zahl der Flüchtlinge hat weltweit zugenommen. "Fluchtursachen zu bekämpfen" ist eine Parole, die  seit den verstärkten Fluchtbewegungen Richtung Europa auch bei den europäischen Regierungen in Mode gekommen ist.  Auch bei ihnen ist inzwischen angekommen, dass neben Krieg und Verfolgung die Ursachen für Flucht und Migration auch in der Armut und Perspektivlosigkeit vieler Länder dieser Welt gesucht werden müssen.
Was die Rezepte anbelangt, tun sich die Industrienationen schwer und verschreiben immer wieder die gleichen Medikamente, nur unter anderem Etikett. Hinter heilsam klingenden Namen, wie den sog. Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPAs) oder dem Marshallplan mit Afrika verbergen sich dabei Maßnahmen, die mit Partnerschaft nichts zu tun haben, sondern so schädlich sind, dass sie den betroffenen Ländern nur durch massiven Druck aufgezwungen werden können. Letztere werden in die Rolle von Rohstofflieferanten gezwungen und von subventionierten Billigimporten abhängig gemacht.  Eine eigene stabile landwirtschaftliche Versorgung und der Aufbau eigener Industrie wird verhindert. Gegenüber Menschenrechtsbrüchen, Landraub und Steuerflucht sind diese Maßnahmen blind oder fördern sie teils sogar. Auch wird die traditionelle Migration zwischen afrikanischen Staaten  durch das Frontex-Programm der EU eingeschränkt und der Entwicklung von Fremdenfeindlichkeit Vorschub geleistet.
In ihrem Vortrag wird Margit Rodrian-Pfennig von der Frankfurter Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international diese Politiken, die Fluchtursachen nicht nur nicht verhindern, sondern überhaupt erst hervorrufen, darstellen und analysieren.
Im Anschluss hoffen wir auf eine lebhafte Diskussion.
Veranstalter:
Linkes Forum Frankfurt, Internationale Sozialistische Organisation (ISO), Club Voltaire
Eintritt frei


Zuletzt bearbeitet am: 28.03.19