Der Kanal ...
Wir veröffentlichen Aufzeichnungen unserer Veranstaltungen.
Zur Übersicht über den Kanal bitte hier entlang
Wer mag, kann gerne einen Kommentar oder einen "Daumen nach oben" hinterlassen.
Und über Abonnent:innen des Kanals freuen wir uns natürlich auch.
60313 Frankfurt am Main
Kleine Hochstraße 5
Öffnungszeiten:
18:00 bis 24:00 Uhr (Mo - Do) bzw. 01:00 Uhr (Fr + Sa)
Sonntags geschlossen (außer bei Veranstaltungen)
kneipe@club-voltaire.de
Kleine Hochstraße 5
Öffnungszeiten:
18:00 bis 24:00 Uhr (Mo - Do) bzw. 01:00 Uhr (Fr + Sa)
Sonntags geschlossen (außer bei Veranstaltungen)
kneipe@club-voltaire.de
Bürozeiten:
Täglich außer Mittwoch 10 bis 13 Uhr
Kontakt:
(069) 29 24 08
clubvoltaire@t-online.de
26.02.26 19:00
Kneipe
Information / Diskussion
Klassengesellschaft akut. Warum Lohnarbeit spaltet – und wie es anders gehen kann
Nicole Mayer-Ahuja im Gespräch mit Michael Erhardt
„Klassengesellschaft“. Wer in den vergangenen Jahrzehnten diesen Begriff benutzte, galt als ewiggestrig. „Wir alle sind die Mitte“ – so lautete der Sound der alten Bundesrepublik, die der Lebenslüge anhing, das eigentliche klassenlose Deutschland zu sein.
Bis heute wird (jüngst etwa in der Neujahrsansprache des Bundeskanzlers) „gesellschaftlicher Zusammenhalt“ beschworen – das „ganz große Wir“ einer Nation also, in der alle arbeitsteilig zusammenwirken und keine Interessengegensätze bestehen, die nicht durch ein bisschen guten Willen zu überwinden wären.
Die Göttinger Arbeitssoziologin Nicole Mayer-Ahuja räumt in ihrem neuen Buch mit diesem Gesellschaftsbild auf. Wir leben nach wie vor in einer Klassengesellschaft, in der die wichtigste Spaltungslinie zwischen Kapital und Arbeit verläuft – und deren Brutalität Menschen jeden Tag erleben.
Im Gespräch mit Michael Erhardt, dem Ersten Bevollmächtigten der IG Metall Frankfurt am Main, wird es darum gehen, warum die arbeitende Klasse der Lohnabhängigen (die derzeit über 90 Prozent der Erwerbstätigen umfasst) viele Erfahrungen gemeinsam hat – und trotzdem alles andere als einheitlich oder gar politisch geeint ist.
Welche Ansatzpunkte für Unterschiedlichkeit und Konkurrenz stecken in industrieller Gruppenarbeit, in der professionellen Pflege oder in der Auslagerung von Belegschaftsteilen – und wo liegen trotz alledem Potenziale für eine Kooperation auf Augenhöhe, für Kollegialität und Solidarität?
Wovon hängt es ab, ob Beschäftigte sich mit dem Management in einem Boot sehen, um den Standort zu verteidigen, oder mit Arbeitenden an anderen Standorten?
Was haben Unternehmensstrategien, was hat staatliche Politik damit zu tun, ob sich einheimische und migrantische Beschäftigte oder die Geschlechter in erster Linie als Konkurrenz oder aber als Kolleg*innen betrachten und begegnen?
Ist eine verbindende Klassenpolitik das beste Mittel gegen die aktuelle Rechtswende?
Wie lassen sich die weit verbreiteten Gefühle von Ohnmacht und Alternativlosigkeit überwinden, damit Schritte in eine andere (Arbeits-)Welt überhaupt wieder denkbar werden?
Wovon hängt es ab, ob Beschäftigte sich mit dem Management in einem Boot sehen, um den Standort zu verteidigen, oder mit Arbeitenden an anderen Standorten?
Was haben Unternehmensstrategien, was hat staatliche Politik damit zu tun, ob sich einheimische und migrantische Beschäftigte oder die Geschlechter in erster Linie als Konkurrenz oder aber als Kolleg*innen betrachten und begegnen?
Ist eine verbindende Klassenpolitik das beste Mittel gegen die aktuelle Rechtswende?
Wie lassen sich die weit verbreiteten Gefühle von Ohnmacht und Alternativlosigkeit überwinden, damit Schritte in eine andere (Arbeits-)Welt überhaupt wieder denkbar werden?
Über diese und andere Fragen sollten wir gemeinsam diskutieren.
Prof. Dr. Nicole Mayer-Ahuja lehrt Soziologie an der Universität Göttingen
Michael Erhardt ist erster Bevollmächtigter der IG Metall Frankfurt
Zuletzt bearbeitet am: 12.01.26