politik kultur kneipe legende
60313 Frankfurt am Main
Kleine Hochstraße 5
Öffnungszeiten der Kneipe:
Mo - Sa 18:00 bis 1:00 Uhr
Sonntag 18:00 bis 0:00 Uhr
Bürozeiten:
Mo, Di, Do 15:30 bis 18:30 Uhr
Freitags 12:00 bis 16:00 Uhr
Di, 07.09., 19 Uhr
Frauendiskussionsabend (ladies only)
Mo, 13.09., 20 Uhr
Mo, 20.09., 19:30
Do, 23.09., 20 Uhr
"Je ne suis pas dáccord avec ce que vous dites, mais je me battrai
jusquáu bout pourque vous ayez le droit de le dire..."
Dieses Zitat, das Voltaire zugeschrieben wird – ist das Credo des Club
Voltaire in Frankfurt:
"Ich bin nicht einverstanden mit dem, was Sie sagen, aber ich werde
mich mit aller Konsequenz dafür einsetzen, dass Sie es sagen
dürfen..."
Dieser Leitsatz hat bisher – immerhin seit 1962 – unser Programm und unser
Handeln bestimmt. Auch durch die Veranstaltung am 09.10., organisiert von
der „Arbeiterfotografie Köln“ mit der Gruppe „Bandbreite“ und ihrem
Referenten Elias Davidsson wurde diese Linie nicht verlassen.
Wir sehen uns im Voltaire´schen Sinne der Aufklärung verpflichtet und
schreiben Gruppen, die bei uns auftreten, nicht jede einzelne Aussage vor.
Kompromisslos sind wir allerdings, wenn es um Neonazismus in all seinen
Ausformungen, faschistisches Gedankengut, Rassismus oder Sexismus
geht.
Wir betonen dies deshalb so nachdrücklich, weil es um diese Veranstaltung
herum enorm viel Aufregung gab, den Rücktritt unseres Vorsitzenden
Andreas Waibel, Protest bis hin zur Aufforderung, diese Veranstaltung
abzusagen. Als wir dieser Aufforderung nach gründlicher Prüfung der
Argumente nicht folgten, gab es schließlich gar einen Aufruf, diese
Veranstaltung „friedlich“ zu blockieren. Der Aufruf war unterschrieben von
„Faites votre jeu“, Andreas Trottnow (Mitglied des KV Ffm „die Linke“),
antifa Kreis Offenbach, autonome.antifa, Frankfurt, Autonomes
FrauenLesben-Referat der Uni Ffm, campusAntifa, Ffm, Free Class Ffm,
Initiative Studierender am IG Farben Campus, Institut für vergleichende
Irrelevanz, Jugendantifa Ffm, Krisengruppe Ffm, ladyfest Ffm, Projektgruppe
Nationalismuskritik, Redaktion „Faschismus 2.0“, sinistra antagonistische
assoziation, Unlike (die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf
Vollständigkeit).
Gut, die Blockade fand statt – nicht ganz friedlich, sondern mit einigen
brutalen Rempeleien – aber die Veranstaltung fand auch statt und wurde
friedlich zu Ende geführt. Wir feiern das nicht als Heldentat, wir
triumphieren auch nicht , aber wir möchten doch noch einmal ein paar
Dinge klarstellen:
1. Wir lassen uns nicht erpressen! Wir sind sowohl in unserer
Programmgruppe als auch in unserem Vorstand ein in der Regel solidarisches
Gremium, das seine Entscheidungen gemeinsam trifft. Wir haben auch die
Entscheidung für diese Veranstaltung schon sehr früh in diesem Jahr –
nämlich im März – gemeinsam getroffen. Wir sagten damals der
„Arbeiterfotografie Köln“ zu, das sie im Rahmen ihres Bundestreffens bei uns
einen Abend gestalten könne, deren inhaltliche Vorbereitung die
Arbeiterfotografie Köln allein übernahm. Als sich schließlich Vorwürfe
und Warnungen häuften, wurden die Einwände, die gegen die „Bandbreite“, die
Arbeiterfotografie und Elias Davidsson vorgetragen wurden, von uns
geprüft und ergaben keinen Anhaltspunkt für eine Absage. Dies ist nicht
gleichbedeutend mit Übereinstimmung in Aussage und Form. Was allerdings von
den Gegnern der Veranstaltung – aus welchen Gruppierungen auch immer – über
die Akteure des Abends schon im Vorfeld verbreitet wurde, grenzte an
Verleumdung und war teilweise so aus dem Zusammenhang gerissen und gewollt
falsch zitiert, kopiert, recherchiert, dass sich für uns trotz einer
regelrechten Materialschlacht kein neues Bild ergab und sich eher die
Frage nach den Motiven dieser Kampagne aufdrängte.
Der Ablauf des Abends hat uns recht gegeben:
- es wurde vom Podium aus nichts geäußert, was mit unserer Maxime (s.o.)
nicht vereinbar gewesen wäre!
2. Wir halten nicht alle, die vor unserer Tür die Veranstaltung
blockierten, anstatt drinnen mitzudiskutieren, für unsere „Gegner“. Im
Gegenteil – es gibt mit einigen viele Gemeinsamkeiten, die wir in der
Vergangenheit durch gemeinsame Veranstaltungen, Aktionen, Arbeitskreise etc.
bewiesen haben und wir hoffen, dass dies auch in Zukunft möglich sein
wird. Aber lasst es uns doch dann lieber wieder so halten, dass Ihr zum
Mittel der Diskussion und nicht der Diffamierung und der Blockade
greift.
3. Die Auseinandersetzung hat uns gezeigt, dass es Diskussions- und
Klärungsbedarf gibt.Wir werden uns in unserer zukünftigen Programmplanung in
geeigneter Form inhaltlich darauf einstellen und hoffen auf konstruktive
Streitgespräche. Wir gewährleisten auch weiterhin, dass der Club Voltaire
für demokratische, offene und vielseitige Diskussionen der Frankfurter
Linken zur Verfügung steht.
4. Angesichts der bestehenden und kommenden sozialen und politischen
Probleme wäre es unserer Meinung nach angezeigt, dass die Kräfte, die sich
als Linke verstehen, ihre Streitpunkte nicht wichtiger nehmen als ihre
Gemeinsamkeiten, weil wir die wahren Verursacher von Ungerechtigkeit und
Kriegen bekämpfen und nicht aus dem Auge verlieren wollen!
Club Voltaire, Vorstand und Programmgruppe